Category Archives: Netaudio

Netzmusik #14: Freie Musik aus Indonesien

Artikel für Stadtrevue 11/2014 (Print und Blog) über freie Musik aus Indonesien feat. Frau, Yes No Wave Music sowie weitere bemerkenswerte Releases auf Stone Age Records. Lesen …

Frau

Frau, ‘indonesia’s finest DIY songwriter’, bei der Gartenarbeit …

Frau

… und beim Musikmachen. Fotos: Yes No Wave Music.

 

GEMA-Alternative C3S gegründet

Aktualisiert am 26.9.2013. 20:31

Gestern abend wurde aus der Initiative C3S (FC Stoffel und ich berichteten) die Europäische Genossenschaft Cultural Commons Collecting Society SCE mbH. Ohne viel Tamtam versammelten sich die 50 Gründerinnen und Gründer aus Deutschland, Österreich, England und Frankreich im Rahmen des Hamburger Reeperbahn-Festivals, unterschrieben die Satzung und brachten das Startkapital in Höhe von 31.150 Euro auf. Morgen folgt eine Pressekonferenz, auf der weitere Einzelheiten zum zukünftigen Kurs der C3S bekanntgegeben werden sollen.

Neben einem elfköpfigen Verwaltungsrat wurden einstimmig Wolfgang Senges (Interview in Stadtrevue 08/2013 bzw. hier) und Meik Michalke zu den ersten geschäftsführenden Direktoren der zukünftigen GEMA-Alternative gewählt bzw. ernannt.

Nach einem (noch laufenden) erfolgreichen Crowdfunding von bisher 97.000 100.000 Euro, schier unglaublichem Durchhaltevermögen in Form von gefühlten Hunderten von Paneldiskussionen (oft auch mit GEMA-Vertretern), Interviews, Artikeln, Stammtischen, Konferenzen usw. usf. nun dieser wichtige, symbolische Schritt: Keine informelle Initiative mit dem OpenMusicContest e.V. als Träger mehr, sondern eine, nun ja, echte Rechtsform als SCE, deren gestern beschlossene Satzung allerdings noch geprüft werden muss. Danach erfolgt die Eintragung.

Über die guten Wünsche, z.B. auf Twitter, freut sich die C3S, entgegnet aber: “Jetzt fangen wir erst an.

Dieses ist ein Crosspost meines Artikels für den Stadtrevue Blog.

80.000 Euro in 19 Tagen: Zum erfolgreichen Start des C3S-Crowdfundings

In 19 Tagen 80.000 Euro gesammelt – das verkündet heute die Cultural Commons Collecting Society (C3S) zum Stand Ihres Crowdfundings auf der Plattform Startnext. FC Stoffel hat für die aktuelle Printausgabe (August 2013) der Stadtrevue mit Wolfgang Senges von der C3S gesprochen, einige Fakten zusammengetragen und ich habe mir den (gelungenen) Sampler zum Gründungscrowdfunding angehört. Hier gibt’s das ganze frisch gebloggt auf stadtrevue.de.

Space Night: Web-Relaunch am 5. August – mit CC-Musik

Update, 7. August 2013

Mit ein wenig Verzögerung ist die neue Website inklusive Uploadmöglichkeit für Creative Commons (CC)-lizensierte bzw. gemafreie Musik soeben live geschaltet worden: spacenight.de

Wer die Nutzungsbedingungen aufmerksam liest wird feststellen, dass der Bayerische Rundfunk (BR) pro verwendeten Track einen Betrag von 150 Euro an den oder die Künstler/in zahlt. Wie unten bereits beschrieben interpretiert der BR bzw. die Space Night-Redaktion CC eindeutig nicht als Kostenloskultur.

Am Montag, 5. August 2013, wird der Bayerische Rundfunk (BR) eine erste Version der neuen Space Night-Website freischalten, auf der Musiker und Komponisten ihre Soundtracks für zukünftige, neue Folgen hochladen können. “Die ‘neue Space Night’ dürfte damit die erste Fernsehserie weltweit sein, bei der ein zentraler Bestandteil der Folgen – die Musik – durch die Community im Internet generiert wird”, teilt mir Redakteur und Projektleiter Thomas Hausner mit. Unter seiner Regie entstanden auch die vier bisherigen, überwiegend mit Creative Commons(CC)-Musik neuvertonten Space Night-Folgen.

Space Night. Quelle/Copyright: Bayerischer Rundfunk / ARD.

Space Night. Quelle/Copyright: Bayerischer Rundfunk / ARD.

Doch zunächst in aller Kürze das bisher Geschehene: Mitte Januar 2013 drohte dem Kultformat Space Night das Aus – gestiegene Kosten für die Ausstrahlungen der musikuntermalten Folgen wurden als Grund angegeben. Mithilfe einer engagierten Fangemeinde, zahlreichen, unter Creative Commons lizensierenden Netzmusikern, die ihre Musik zur Verfügung stellten, sowie durch das Engagement des BR-Redakteurs Thomas Hausner konnte das Format nach kurzer Pause wieder ausgestrahlt werden. Zunächst wurde eine, wenig später dann drei weitere Space Night-Folgen mit freier Musik vertont sowie weitere Folgen mit klassischer Musik des BR-Sinfonie-Orchesters. Diese laufen bis heute in nächtlicher Rotation im Bayerischen Fernsehen sowie auf BR Alpha .

Nun also der erste Schritt der Neukonzeption des Formats: Am 5. August 2013 geht unter SpaceNight.de eine neue Website an den Start, die in der ersten Version Musikern und Komponisten ermöglichen wird, Ihre Werke hochzuladen und somit das Prinzip der community-basierten Vertonung der Space Night fortführt. Ein Schelm, wer nun denkt, der BR wolle hier einen Selbstbedienungsladen für durch ihn kostenlos nutzbare Musik eröffnen. Von der Redaktion ausgewählte Tracks werden für die Nutzung lizensiert und adäquat vergütet – das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Weiterhin werden auf der Website die vier überwiegend mit Creative Commons-Musik neuvertonten “alten” Space Night-Folgen zu sehen sein. Endlich, denn bisher musste man entweder die Nächte durchmachen oder auf diesen qualitativ eher schlechten (und nicht ganz legalen) Mitschnitt zurückgreifen:

Ab 1. November 2013 sollen dann die neuen Folgen mit über die Website hochgeladene Musik zu sehen sein. Doch Thomas Hausner hat noch mehr vor: “Die Qualität der bisher verwendeten CC-Musik bei der Neuvertonung ‘alter’ Space Night-Folgen war mit ausschlaggebend für das Projekt, die neuen Space Night-Folgen in HD und ebenfalls mit CC-Musik zu produzieren”, sagt er. Hausner ist bereits in Kontakt mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das bereits zugesagt hat, sein Filmaterial umfangreich zur Verfügung zu stellen, sowie mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der Europäischen Südsternwarte ESO.

Freuen wir uns also auf das, was noch kommt! Ich bleibe am Ball.

P.S.:

Offenlegung: Ich veröffentliche meine Musik unter CC und sie wurde bereits mehrmals in den neuvertonten Folgen der Space Night gespielt. Außerdem arbeite ich für das DLR.

P.P.S.: Dieser Artikel wurde am 30. Juli 2013 von Tobias Schwarz als Crosspost auf netzpiloten.de veröffentlicht.

Ignition Mix – Sampler zur Gründung der C3S

Am 15. Juli 2013 startet die Crowdfunding-Kampagne zur Gründung der Cultural Commons Collecting Society als europäische Genossenschaft. Die C3S, so die Kurzform, ist derzeit eine Initiative, die sich anschickt, als “faire Alternative zur GEMA” ihre Mitglieder stärker in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen und die von vielen vermissten Freiheiten wie z.B. Einzellizensierungen und Nutzung von Creative Commons-Lizenzen ganz selbstverständlich einzuräumen.

Sinnbildlich als “Zündung” vor dem Start des Crowdfundings in der kommenden Woche ging gerade die zugehörige Compilation mit dem schönen Namen Ignition im Free Music Archive online, zu der viele bekannte oder auch weniger bekannte, unter Creative Commons veröffentlichende Musikerinnen und Musiker beigetragen haben, unter anderem Zoe.leela, Sudio, Von Korf, Die Leere im Kern Deiner Hoffnung und auch ich selbst. Von allen wurde ein Testimonial erbeten, in dem man darlegt, warum man die C3S und ihre Gründung unterstützt. Meins lautet:

“To me, foundation of C3S is long overdue. Stop bashing GEMA, join C3S and support liberation of artists and fair dissemination of cultural goods.”

Den Sampler zum freien Download und weitere Testimonials sowie Infos gibt es hier.

Old Splendifolia/F.S. Blumm: Das komplette Interview (Stadtrevue Netzmusik #9)

F.S. Blumm

F.S. Blumm. Bild: fsblumm.free.fr

Gestern habe ich im Stadtrevue-Blog die aktuelle Netzmusik-Kolumne über das Album “Utterly Heartbreaking” von Old Splendifolia veröffentlicht – heute folgt nun das komplette Interview mit Frank Schültge alias F.S. Blumm, einer Häflte des Duos.

Frank, gemeinsam mit Jana Plewa hast Du im Januar 2013 auf dem italienischen La bèl Netlabel das Album ‘Utterly Heartbreaking‘ veröffentlicht. Ist das Deine erste Veröffentlichung auf einem Netlabel?

Meine erste Veröffentlichung auf einem Netlabel war auf demselben Label eine Kollaboration mit Lucrecia Dalt.

Old Splendifolia: Utterly Heartbreaking

Old Splendifolia: Utterly Heartbreaking. Bild: labelnetlabel.com

La bèl bietet ‘Utterly Heartbreaking’ einerseits als kostenlose EP, andererseits als komplettes Album für drei Euro und auch als handgemachte CD in limitierter Auflage an – das ganze ist zudem meiner Recherche nach Deine erste Veröffentlichung unter einer Creative Commons-Lizenz. Was versprechen sich Label und Band von dieser neuen Form der Distribution und Veröffentlichung? Auch Dein neues Soloalbum ‘Food’ hast Du vor kurzem via Bandcamp veröffentlicht …

Dass die Musik draußen ist und diejenigen findet die sie mögen. Dass neue Menschen auf uns aufmerksam werden; Fans was zum Knabbern haben und dass wir Konzerte spielen. Und finanziell: Vielleicht eine Lizenz abgreifen, wäre natürlich schön …

Was genau meinst Du mit ‘Lizenz abgreifen’? Dass jemand die Musik bspw. für ein Filmprojekt, Remix oder ähnliches lizensiert?

Ja, genau. Fernsehfilm, Kinofilm, Doku, Werbung … scheint – zumindest in meinem Falle – ohnehin die einzige Art zu sein durch eine Veröffentlichung heutzutage ernsthaft etwas verdienen zu können …

Sagen wir mal es funktioniert: Creative Commons hilft Euch dabei, bekannter zu werden, es ergeben sich Konzerte und neue Kollaborationen, Remixe etc. … wäre das eine Basis, auf der Du bzw. Ihr weiter arbeiten würdet? Wäre die C3S (s. auch Netzmusik #03) eine Alternative für Euch, so sie denn gegründet wird? Sie schickt sich ja schon an, alles fairer und besser zu machen, als das derzeit bei GEMA der Fall ist. Dein Verleger setzt sich ja ebenfalls bereits sehr kritisch mit der ganzen Thematik auseinander …

Tja, die GEMA hat durch ihr langes Alleinherrscher-Dasein einfach die Bodenhaftung verloren; das wird insbesondere sichtbar bei ihrer extrem ungerechten Verteilungs-Politik und der gezielten Fehlinformation von Laden- und Clubbesitzern. Durch eben diese Monopol-Stellung kann es aber wohl noch lange dauern, bis insbesondere Airplay von anderen Verwertungsgesellschaften adäquat vergütet werden kann.

Kannst Du kurz etwas zur Produktion von ‘Utterly Heartbreaking’ sagen? Die Songs haben durch ihre Aufnahmeästhetik, ihren teils improvisierten Charakter und die Field Recordings etwas sehr intimes, persönliches … war das von Anfang an so geplant?

Wir wollten, dass es nahe an dem dran ist an dem, was man auf einem Konzert von uns bekommt. Generell mag ich es sehr, mit dem Mikrofon in den Mikrokosmos einzutauchen, die kleinsten Bewegungen der Finger auf den Saiten hörbar machen, das leiseste Knistern und Hauchen einzufangen. Bei den Field Recordings wollten wir, dass die Stimme so klingt als wäre sie im Wald eingesungen, also haben wir sie im Wald eingesungen :)  … zufälligerweise kam dann ein Mopedfahrer vorbei.

Old Splendifolia

Old Splendifolia: Jana Plewa (rechts) und F.S. Blumm. Bild: labelnetlabel.com

Einige Songs wie bspw. “Woman in the Reek” wirken stärker ausarrangiert … eine Richtung, in die es für ‘Old Splendifolie’ weitergehen könnte?

Momentan eher das Gegenteil: je freier die Stücke sind, desto stärker können wir mit ihnen spielen – und desto mehr machen wir Musik während wir Musik machen.

Vielen Dank für das Interview!