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Session auf der re:publica 12

Update, 20. Mai 2012

Das Video der Session ist online:

Update, 1. Mai 2012, 15:21

Los geht’s! Storyboard fertig, Slideshow fertig, Moderation steht, und für den Flug habe ich mich auch eingecheckt. Ich freue mich sehr – auf meine Session-Gäste und Kollegen (siehe unten), Andreas Schepers & viele andere Freunde, Kumpel und Kollegen wie FC StoffelMo. SauerSim SullenKatti … und auf die, mit denen ich schon länger und öfter über Soziale Netzwerke kommuniziere und sie zum ersten Mal perönlich kennenlernen werde. Hoffentlich reichen zwei Tage dafür. Wir sehen uns morgen!

re:publica 2012Am 2. Mai 2012 werde ich im Rahmen meines Jobs beim DLR an einer Session der re:publica Berlin teilnehmen. Die re:publica ist eine der größten Konferenzen Deutschlands zum Thema Blogs, soziale Medien und digitale Gesellschaft.

Für das DLR habe ich über den re:publica Call for Papers ein Panel mit dem Titel “Twittern aus dem All für die digitale Öffentlichkeitsarbeit” initiiert. Dabei sein werden die ESA-Astronauten Samantha Cristoforetti und Paolo Nespoli sowie meine sehr geschätzten Kollegen Jocelyne Landeau-Constantin, die das ESA-ESOC Communication Office in Darmstadt leitet, sowie Bob Jacobs, der bei NASA als Deputy Associate Administrator of Communications (in etwa: Stellvertretender Leiter der NASA-Kommunikationsabteilung) tätig ist, und meine Wenigkeit sitzen.

Im Rahmen der 60-minütigen Session werden wir darüber sprechen, warum im Space-Kontext überhaupt getwittert und gebloggt wird und wie das Ganze – insbesondere aus dem All – funktioniert. Ebenfalls werden wir diskutieren, warum die intensive Nutzung von Social Media mittlerweile zu einem integralen Bestandteil der Kommunikationsstrategie der drei Raumfahrtagenturen geworden ist.

Was 2007 als “Klassentreffen” von Bloggern mit 700 Teilnehmern begann, zieht heutzutage über 3000 Teilnehmer an. Nach einem überfüllten Friedrichstadtpalast in den vergangenen Jahren findet die re:publica nun in der Station Berlin, dem ehemaligen Kreuzberger Postbahnhof statt. Trotz der räumlich nun sehr viel großzügigeren Location bleibt sie, in den Worten der Veranstalter, “eine hochwertige Konferenz mit Festivalcharakter, auf der sich Communities, Vordenker, Netzaktivisten und etablierte Organisationen zum Ideen- und Erfahrungsaustausch alljährlich begegnen.“

In diesem wie in den vorigen Jahren wartet die re:publica mit einer großen Bandbreite sehr interessanter Speaker auf, darunter Mario Sixtus, Mercedes Bunz, Sascha Lobo, Tim Pritlove, Neelie Kroes, EU-Kommissarin für Wettbewerb und die Digitale Agenda, Regierungssprecher Steffen Seibert, und viele, viele mehr.

Weitere Informationen auf http://re-publica.de/12/

Hinweis: Dies ist ein (halber) Crosspost mit dem DLR-Kommunikationsblog, wo ich fast dasselbe aufgeschrieben habe.

P.S.: Ich vergaß zu erwähnen, dass unsere Session am Abend des 2. Mai 2012 von 19.00 bis 20.00 Uhr stattfindet. Wie mir die re:publica-Programmverantwortlichen mitgeteilt haben, werden diese Abendveranstaltungen auch gegen Zahlung eines geringen Eintrittspreises für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich sein. (Update, 10. April 2012) Zur Zeit prüfen die re:publica-Organisatoren, ob die Abendveranstaltung für die allgemeine Öffentlichkeit gegen Zahlung eines geringen Eintrittspreises zugänglich sein wird. Konferenztickets (3 Tage, über 200 Stunden Programm) gibt es hier für 130 Euro.

Nachtrag

Der Vollständigkeit halber hier ein Nachtrag hauptsächlich im Job-Kontext von mir geposteter Beiträge:

Creative Commons: Die “Jedermann-Lizenz” und die Inhalte des DLR
(DLR Blogs, 1. März 2012)

SpaceTweetup in Zahlen
(DLR Blogs, 3. April 2012)

ATVTweetup 28/29 March 2012, Toulouse, France
(ein auf die Schnelle mit iPad und iMovie produziertes und noch in derselben Nacht hochgeladenes Video des ATVTweetup, unterlegt mit einem meiner Tracks)

Zwei sehr viel schönere und professioneller produzierte Videos gibt es aber hier …

… und hier:


Amarrage ATV3 : ça tweete ! von CNES

Die Urheberrechtsdebatte auf Spreeblick.com und die Musiker: Eine Betrachtung

Leider habe auch ich erst vor ein paar Tagen über Stoffels Blogpost davon erfahren und dann fast knapp drei Stunden gebannt gelesen: Ausgehend von einem Artikel des Konzertveranstalters Berthold Seliger mit dem Titel “Die Leistungsschutzgelderpresser - Wie die Kulturindustrie am altbackenen Urheberrecht festhält, um es zu ihren Gunsten auszuschlachten” in der Zeitschrift Konkret entsponn sich durch die Veröffentlichung eines offenen (Antwort-)Briefs von Mark Chung (hier in seiner Rolle als Vorstandsvorsitzender des Verbands unabhängiger Tonträgerunternehmen (VUT), aber auch Geschäftsführer des Musikverlags Freibank, Ex-Sony Music Intl. Vice President, weiteres siehe WP) auf Spreeblick eine bis heute 193194 Kommentare lange Diskussion zum Thema Urheberrecht.

Okay, ein Artikel, ein (über-)langer offener Antwortbrief, 193 zum Teil ebenfalls umfangreiche Kommentare – was gibt es da noch zu sagen?

Zunächst etwas allgemeines zur Rezeption der Debatte für diejenigen, die es noch nicht gelesen haben: Wie oben schon gesagt muss man sich wohl mindestens zwei Stunden Zeit nehmen, um diese schwierige und komplexe Diskussion, in der viele Denkanstöße gegeben werden, auch nur annähernd zu durchdringen – und selbst dann hat man manchen Kommentar nur quergelesen. Chronologisch vorgehend habe habe ich zuerst natürlich den Artikel von Seliger gelesen, der mich sofort gepackt hat und mich innerlich “ja, richtig, und feste drauf” jubilieren ließ. Zähneknirschend musste ich dann feststellen, dass auch Mark Chungs Positionen, auch wenn sein fußnotenreicher Text irrsinnig ausufernd, mitunter beleidigend in Richtung Seliger und teilweise schlicht absurd (u.a. Verweise auf massenweise kaum nachvollziehbare bzw. zugängliche Studien zum Thema “Negative Auswirkungen von unvergüteten Musiknutzungen”) ist, durchaus Ihre Berechtigung haben.

Zu den Kommentaren: Die haben es in sich, und zwar nicht nur in Bezug auf die schiere Masse. Chung scheut sich ja nicht, neben großen Technlogiekonzernen wie Google zunächst auch  netzpolitik.org bzw. newthinking communications und Digitale Gesellschaft e.V. oder irights.info zu  bashen, woraufhin sich Markus Beckedahl gleich mit einigen Offenlegungen – nämlich der Info, dass seine Firma und auch Digitale Gesellschaft e.V. von keinem Unternehmen (und schon gar nicht von Google) unterstützt wird – in den Kommentaren meldet. Hat mich wirklich gefreut, das zu lesen.

Mir geht es aber in der Hauptsache darum, hier noch einmal die Beiträge der wenigen sich an dieser Diskussion beteiligenden Musiker bzw. Kulturschaffenden herauszuheben, die aus meiner Sicht ein wenig mehr Beachtung verdienen:

Spannend wurde es hier in der – übrigens überwiegend sachlichen – Diskussion, als sich Kurt Dahlke aka Pyrolator, Musiker, Produzent und Labelbetreiber des von mir sehr geschätzten Atatak-Labels (Der Plan, D.A.F., Andreas Dorau, Oval, Bad Examples, Charles Wilp …) zu Wort meldet, und – danke Kurt – zunächst den “zu aggressiven Tonfall” Chungs kritisiert, sich ansonsten aber ganz klar auf dessen Seite stellt. Schockierend für Musikliebhaber und Atatak-Fans wie mich seine Aussage

“Umsatzrückgänge von etwa 80% unseres seit 1979 existierenden Indie-Labels in den letzten 5 Jahren haben nicht nur mit der Qualität der Produkte zu tun –  wo ich mich auch umhöre, überall die gleiche Situation.” (Kommentar 24)

Okay, man könnte jetzt argumentieren, Atatak habe schlicht den Sprung ins digitale Zeitalter verpasst. Aus meiner Sicht ist das zumindest zum Teil auch so. End90er-Webdesign, ein auf dem Potato System basierender (nutzt das sonst eigentlich von den kleinen Labels, für die es gedacht war, noch jemand?) und lediglich eine Auswahl des Backkatalogs umfassender mp3-Shop, ein bisschen iTunes, aber ansonsten nichts, kein Facebook, Twitter, Google+ oder Soundcloud – immerhin ein Myspace-Account und Kurts lesenswertes Blog, leider viel zu versteckt. Sicher, das hätte den massiven Umsatzeinbruch wahrscheinlich auch nicht vermeiden, aber vielleicht ein wenig lindern können.

Die Diskussion dreht sich weiter um das Für und Wider der Kulturflatrate, weitere Standpunkte des VUT, die Machbarkeit legaler Streaming- und Downloadportale und insgesamt fehlende Losungsansätze (Wort!) bis Pyrolator sich erneut in den Kommentaren meldet:

Gerade findet auf Avaaz eine Petition gegen den neuen “PROTECT IP Act” statt. (…) Das wäre zumindest mal ein Hebel der Hardliner: Alle Webseiten unterbinden, die nur dazu dienen Urheberrecht zu unterlaufen. (“The PROTECT IP Act focuses on websites that have “no significant use” other than copyright infringement, or enabling or facilitating copyright infringement.”)

Ich glaube die gutgemeinten Vorschläge, die hier zu lesen sind, sind bei jetziger Situation des Internets kaum mehr als Diskussionsbeiträge, oder wie Arne so schön schrieb “europäische Trägheit”. Ich habe gestern mal wieder einen Ausflug in die Welt der Linkprovider unternommen (mal eine “Toplist” durchgegangen) und musste genau das erkennen: Der Zug ist abgefahren, hier helfen keine neuen Geschäftsmodelle mehr, kein Simfy, Spotify, hier liegt alles auf einem silbernen Tablett und schreit danach “lad mich runter, dann bekomme ich meinen fileserve-account gegenfinanziert” oder so.
Ich werde langsam auch zum Hardliner, abschalten die ganze Bagage, weg mit dem Dreck, der nichts weiter tut, als die Kreativität anderer für den eigenen Profit zu benutzen. Sorry musste jetzt mal sein, auf jeden Fall wird die Petition nicht unterschrieben. (Kommentar 77)

Harte Worte von einem wirklich frustrierten Musiker und Labelbetreiber, die ich, obwohl ich mich an der SOPA-PIPA-Petition beteiligt habe und sie nach wie vor für mehr als wichtig halte, aus seiner Sicht heraus nachvollziehbar finde - schon gerade weil Atatak wirklich viel für die Independent-Kultur – national wie international – getan hat. Liest man aber genau zu dieser Thematik den Blogpost von Stoffel “Das Netz hat ein Image-Problem: ACTA und die Raubkopierer“ wirft das auch hier die Frage auf, ob Atatak nicht zulange auf ein veraltetes Vertriebs-, Promotion- und Vergütungsmodell gesetzt hat. (Update 28.02.) Und beleuchtet außerdem die wichtige Tatsache, dass eine Ablehnung von ACTA, SOPA und PIPA nichts mit einer Befürwortung des Raubkopierens zu tun hat – im Gegenteil: Das ist und bleibt ein Riesenproblem, das auch und gerade kleinen Labels schadet.

Was mich zur zweiten und, wenn ich das richtig sehe, einzigen weitere Musikerin neben Pyrolator (und gerade entdecke ich noch Stephan Mathieu) bringt: Zoe.leela. Am 17. Februar 2012 veröffentlichte sie Ihr neues Album “Digital Guilt” und beschreitet dabei neue Wege, in dem sie ihr Album in Kooperation mit Motor Music sowohl über den klassischen Vertriebsweg (CD über Rough Trade, z.B. bei Amazon) als auch via Bandcamp (Buy/Donate) und iTunes zu den Hörern bringt. Das ganze unter Creative Commons CC-BY-NC-SA-Lizenz, heißt: Ich kann mir das Album beispielsweise für 5,49 Euro bei Bandcamp herunterladen und es dann – nicht-kommerziell – mit beliebig vielen Freunden teilen, es in Mixen verwenden oder sogar remixen. Begleitet wird das Ganze von vier Thesen zur GEMA, die meines Erachtens gleichermaßen provokant wie überwiegend zutreffend sind. Von irights.infoSpreeblick-Betreiber Johnny Haeusler und anderen als geschickte Werbung interpretiert finde ich ihre Diskussionsbeiträge doch wichtig – die Debatte ob hier Creative Commons nun als Gütesiegel seitens der Musiker/Künstler zu Promotionzwecken eingesetzt wird, oder ob nicht eher der Einsatz von Creative Commons durch die Musiker promotet wird kann man in den Kommentaren 147 bis 158 nachlesen.

Aus meiner Sicht gibt es noch viel mehr Berichtenswertes aus diesem bemerkenswerten Blogposting auf Spreeblick – wie beispielsweise eine weitere Subdebatte zur Urheberrechts- und Netzpolitik der Grünen (ab Kommentar 126) – doch für heute will ich es bei den bisher getippten knapp 1200 Worten belassen.

Interessant übrigens, dass sich, soweit ich das beurteilen kann, der Initiator der Debatte an dieser Diskussion nicht weiter beteiligt hat.

Ein paar Gedanken zum neuen Fraunhofer-Forschungsblog

Durch diverse Tweets (eigentlich durch diesen von Matthias Fromm) wurde ich gestern auf den frisch gestarteten Fraunhofer-Forschungsblog aufmerksam.  An dieser Stelle heute ein paar Gedanken zu dieser neu gestarteten Plattform, die ich mit einer Mischung aus Skepsis und Begeisterung aufgenommen habe.

Das Konzept …

gefällt mir grundsätzlich. Marke Fraunhofer und damit Corporate Blogging-Verdacht zurückgenommen, ein paar glaubwürdige (Lars FischerFlorian Freistetter) und zum Teil auch sehr prominente (Science-)Blogger engagiert und der Versuch, mit Dual-Blogging einen neuen oder zumindest nicht ausgetretenen Weg der Wissenschaftskommunikation zu gehen. Tatsächlich aber gibt es diese Dual Content-Strategie schon länger. Egal ob bei FraunhoferMax Planck oder DLR – hier wird schon lange zwischen reiner Science-to-Science-Kommunikation (beispielsweise auf Institutsseiten) und Science-to-Public-Kommunikation (auf den entsprechenden Webportalen) unterschieden.

Neu ist der Ansatz, dies innerhalb eines Blogartikels in zwei Spalten zu realisieren. Ich finde aber, dass das mit dem, wenn ich das richtig sehe, bisher einzigen Beispiel nicht wirklich gut gelungen ist: Der Fachtext (linke Spalte) liest sich wie eine typisch wissenschaftlich verfasste Presseinformation, während sich die rechte Spalte angenehm allgemeinverständlich, kurzweilig und kurzum “bloggig” liest. Alles wie hier (und hier) erläutert, soweit klar. Ich frage mich allerdings trotzdem, wozu man den Fachtext in einem Science-to-Public-Blog überhaupt braucht. Science-to-Science-Kommunikation kann insofern doch in Hinblick auf die Zielgruppe, die man mit dem Forschungsblog anspricht, getrost an anderer Stelle im Web gemacht werden.

Darüber hinaus finde ich die Tatsache, dass hier Fachleute und Laien gleichzeitig mithilfe eines einzigen Blogartikels angesprochen werden, irgendwie ein wenig despektierlich. Ein Artikel für den, der es schnallt, der andere für den, der es nicht schnallt?

Webdesign und Usability …

… irken zwar irgendwie angenehm bloggig, aber irgendwie nur halbfertig. Man merkt, das Farben und Design eine Affinität zur Fraunhofer-CI herstellen sollen/wollen, aber eben doch nicht so ganz. Ich hoffe, dass es gelingt, hier genügend Abstand zur offenbar nicht gewollten Corporate-Blog-Ästhetik (die, zugegeben, bei den DLR Blogs, die ich konzipiert habe und inhaltlich verantworte, zu dominant ist) zu bekommen. Irgendwie könnte man das ganze noch benutzerfreundlicher und weniger zerpflückt gestalten, bspw. die FAQ, die neben Link bzw. Seite noch keine Inhalte haben, besser auffindbar machen (und hier auch noch ein wenig am Wording arbeiten) und vieles mehr. Auch die URL und Namen finde ich nicht besonders glücklich. Fugen-S und Bindestrich zusammen (“Forschungs-Blog.de”) kommen irgendwie nicht gut. Vielleicht den Betreiber von forschungsblog.de fragen, ob er seine Domain nicht abtreten will?

Qualität der Inhalte

Finde ich eigentlich sehr gut. Der Einführungsartikel informiert prima über das Gesamtvorhaben, die “Eisdemokratie” ist (im Gegensatz zum Fachtext gleichen Themas) informativ und lustig geschrieben, auch der von Florian Freistetter geschriebene Blogpost zum Thema Weltraummüll bzw. Space Situational Awareness bringt zwar im Vergleich zu den bekannten Informationen nichts wirklich Neues, ist aber ordentlich geschrieben und gut recherchiert. Trotzdem die Frage: Wieso eigentlich hast Du diesen Artikel nicht geschrieben, Andreas Schepers? Schade, dass man offensichtlich nicht bei ESA/ESOC angefragt hat? Hätte doch nahegelegen, Dich oder Michael Kahn zu fragen.

Fazit

Gemischt, wie man so sagt. Prima Ansatz, in Teilen ein bisschen lieblos ausgeführt, aber in jedem Fall sehr, sehr ausbaufähig. Forschungsblogger, ich drücke Euch die Daumen und wünsche einen guten Start und viele erfolgreiche Postings und Kommentare.

Weit, weit weg vom Mainstream: Svann Langguth

Bereits vor einigen Wochen hat das Kölner Netlabel Der kleine grüne Würfel Svann E. Langguths “Badunger Beiträge zur Miniklonforschung” veröffentlicht und damit in der Labelgeschichte einen kleinen Wendepunkt weg von rein elektronischer hin zu elektroakustischer Musik vollzogen.

Svann, auch als regelmäßiger Teilnehmer des Grüner Würfel Drehkommandos bekannt, nimmt sich nicht nur hier, sondern auch mit der Therapeutischen Hörgruppe Köln musikalischer Themen an, die weit weg vom Mainstream irgendwo zwischen U-, E- und F-Musik, zwischen Avantgarde und Musique concrète liegen.

Svann Langguth auf der Cologne Commons 2010 als Teil des Grüner Würfel Drehkommandos. Bild: Sim Sullen, CC-BY-NC-SA.

Svann Langguth auf der Cologne Commons 2010 als Teil des Grüner Würfel Drehkommandos. Bild: Sim Sullen, CC-BY-NC-SA.

Auf “Badunger Beiträge” bearbeitet er frühe Aufnahmen der mittlerweile aufgelösten Berliner Formation miniklon. Vom akademisch klingenden Ansatz des Projekts sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn es gibt viel zu entdecken, insbesondere mithilfe von Kopfhörern. Wabern zu Beginn des Konzeptalbums noch analoge Synths, Stimmen und Trommeln durch den Raum, folgen in der Mitte markante Beats, die der Komposition zunächst ein wenig Halt geben um sie dann wieder in ambienten Wohlklängen enden lassen. Der düsteren Grundstimmung kann allerdings auch das versöhnliche Ende nicht entgegenwirken.

Svanns Klangästhetik ist in hohem Maße durch selbstgebaute Instrumente geprägt. Seine Klangbasteleien (siehe auch Würfel-Artist-Info und Foto) konnte ich beim letzten Drehkommando, bei dem ich auch dabei war, live bewundern. Einer Vielzahl kleiner Wunderkisten, zum Teil in Gestalt von mit elektronischen Bauteilen befüllten, handelsüblichen Plastik-Butterbrotdosen, entlockt er ziemlich entrückte Klänge – wie eben auch auf seinem neuen Album zu hören.

Download des kompletten Albums