Tag Archives: CC-BY-NC

Creative Commons Non-Commercial: Alles bleibt wie es ist.

Creative Commons NonCommercial icon. Quelle: Creative Commons.

Creative Commons NonCommercial icon. Quelle: Creative Commons.

Dass mich die Diskussion um das Creative Commons NonCommercial-Modul CC-BY-NC) ein wenig irritiert, hatte ich hier ja bereits aufgeschrieben. Creative Commons und Netzpolitik.org melden nun, dass alles bleibt wie es ist: CC-BY-NC wird weder abgeschafft noch in ‘Commercial Rights reserved’ umbenannt bzw. erweitert.

Gut so, finde ich, und zwar aus einem sehr einfachen Grund: Letztlich liegt es doch an den Nutzern, sich mit den Inhalten und Bestimmungen der Lizenz auseinanderzusetzen. Nur weil Nutzer häufig vorschnell zur CC-BY-NC greifen bzw. diese misinterpretieren, muss das meines Erachtens keine Anpassung oder Umbenennung zur Folge haben. Als ich CC im Rahmen meines Jobs einführte, gab es eigentlich nur eine wesentliche Auflage seitens des mich beratenden Juristen: Verstärktes Lizenzmanagement. In der Praxis bedeutet das. Überlege vor jeder Veröffentlichung eines Inhalts, was Du wem wie unter welchen Umständen erlauben bzw. ermöglichen möchtest, und was nicht – und wähle die entsprechende Lizenz mit Bedacht.

Kommentar zur ‘CC-BY-NC’-Broschüre von Creative Commons Deutschland, irights.info und Wikimedia DE

Hallo CC DE, irights.info & Wikimedia DE,

die Lektüre Eurer Broschüre zu ungewollten Nebenwirkungen des Creative Commons NC-Moduls, über die ich mich auf der re:publica sehr gefreut habe, läßt mich offen gesagt etwas enttäuscht zurück. Natürlich verstehe ich Euren Ansatz, der Einschränkung der Verbreitung freien Wissens und freier Bildung durch falsch verstandene Nutzung des NC-Moduls vorbeugen zu wollen. Doch genau hier – der Fokussierung des Broschüreninhalts auf den Bildungssektor – liegt das Problem. Um dieses zu beschreiben muss ich ein klein wenig ausholen:

Ich beschäftige mich mit CC-Lizenzen in einer Doppelrolle. Einerseits als verantwortlicher Redakteur für Webportal und Social Media Kanäle des DLR. Hier haben wir die CC-BY vor einigen Monaten offiziell eingeführt. Dazu bedurfte es neben dem ursprünglichen Anruf von ersten Gespräch mit Mathias Schindler wenig Überzeugungsarbeit – ich hatte schnell verstanden, wieso für Wikipedia und viele andere mit Wissen und Bildung befasste Organisationen die NC-Variante keine Option ist – dies ist in der Broschüre ja ebenfalls ausführlich und sehr gut beschrieben.

Andererseits bin ich Musiker und Netlabel-Mitbetreiber. Hier fehlt es der Broschüre m.E. an Substanz. Neben zwei kurzen Kapiteln über Mashups und GEMA gibt es hier leider keinen weiteren Erkenntnisgewinn. Ich hatte mir erhofft, mithilfe der Broschüre mehr über Praxis und Möglichkeiten von (unabhängigen) Musikern, Label- und Verlagsbetreibern sowie anderen ‘Kreativen’ zu erfahren, doch diese Hoffnung wird leider nicht erfüllt.

Als Musiker und Netlabel-Betreiber wähle ich das NC-Modul ja nicht, weil ich permanent befürchte, dass irgendwelche bösen Big Businesses oder Majors meine Musik ‘klauen’, in die nächste Kampagne verfrachten und damit viel Geld verdienen wollen (obwohl ich via NC-Nutzung auch diesem unwahrscheinlichen Fall vorbeuge). Sie besitzt, neben dem rechtlichen Schutz vor unerlaubter kommerzieller Verwertung, vielmehr auch eine Signalwirkung, die, salopp ausgedrückt. lautet:

“Frag’ mich, bevor Du diesen Inhalt kommerziell nutzt (und ich kann ihn Dir, wenn Du eine Bildungs- oder Kultureinrichtung repräsentierst. ein Blogger, Filmemacher etc. bist und kommerziell arbeitest, immer noch unentgeltlich freigeben.)”

All das (oben beschriebene) kommt in der Broschüre leider (sehr) viel zu kurz – und die wertvollen rechtlichen Hinweise, die Paul Klimpel für Bildungseinrichtungen gibt, würde ich mir für den CC-Kreativsektor ebenfalls wünschen.

Fazit: Eure Broschüre ist für Bildungs- und Kultureinrichtungen bzw. deren Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der Nutzung des NC-Moduls sicher wertvoll. Für den Kreativsektor würde ich mir nochmal dasselbe wünschen und biete Euch gerne meine Hilfe an.

P.S.: Download der Broschüre hier.