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Space Night: Web-Relaunch am 5. August – mit CC-Musik

Update, 7. August 2013

Mit ein wenig Verzögerung ist die neue Website inklusive Uploadmöglichkeit für Creative Commons (CC)-lizensierte bzw. gemafreie Musik soeben live geschaltet worden: spacenight.de

Wer die Nutzungsbedingungen aufmerksam liest wird feststellen, dass der Bayerische Rundfunk (BR) pro verwendeten Track einen Betrag von 150 Euro an den oder die Künstler/in zahlt. Wie unten bereits beschrieben interpretiert der BR bzw. die Space Night-Redaktion CC eindeutig nicht als Kostenloskultur.

Am Montag, 5. August 2013, wird der Bayerische Rundfunk (BR) eine erste Version der neuen Space Night-Website freischalten, auf der Musiker und Komponisten ihre Soundtracks für zukünftige, neue Folgen hochladen können. “Die ‘neue Space Night’ dürfte damit die erste Fernsehserie weltweit sein, bei der ein zentraler Bestandteil der Folgen – die Musik – durch die Community im Internet generiert wird”, teilt mir Redakteur und Projektleiter Thomas Hausner mit. Unter seiner Regie entstanden auch die vier bisherigen, überwiegend mit Creative Commons(CC)-Musik neuvertonten Space Night-Folgen.

Space Night. Quelle/Copyright: Bayerischer Rundfunk / ARD.

Space Night. Quelle/Copyright: Bayerischer Rundfunk / ARD.

Doch zunächst in aller Kürze das bisher Geschehene: Mitte Januar 2013 drohte dem Kultformat Space Night das Aus – gestiegene Kosten für die Ausstrahlungen der musikuntermalten Folgen wurden als Grund angegeben. Mithilfe einer engagierten Fangemeinde, zahlreichen, unter Creative Commons lizensierenden Netzmusikern, die ihre Musik zur Verfügung stellten, sowie durch das Engagement des BR-Redakteurs Thomas Hausner konnte das Format nach kurzer Pause wieder ausgestrahlt werden. Zunächst wurde eine, wenig später dann drei weitere Space Night-Folgen mit freier Musik vertont sowie weitere Folgen mit klassischer Musik des BR-Sinfonie-Orchesters. Diese laufen bis heute in nächtlicher Rotation im Bayerischen Fernsehen sowie auf BR Alpha .

Nun also der erste Schritt der Neukonzeption des Formats: Am 5. August 2013 geht unter SpaceNight.de eine neue Website an den Start, die in der ersten Version Musikern und Komponisten ermöglichen wird, Ihre Werke hochzuladen und somit das Prinzip der community-basierten Vertonung der Space Night fortführt. Ein Schelm, wer nun denkt, der BR wolle hier einen Selbstbedienungsladen für durch ihn kostenlos nutzbare Musik eröffnen. Von der Redaktion ausgewählte Tracks werden für die Nutzung lizensiert und adäquat vergütet – das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Weiterhin werden auf der Website die vier überwiegend mit Creative Commons-Musik neuvertonten “alten” Space Night-Folgen zu sehen sein. Endlich, denn bisher musste man entweder die Nächte durchmachen oder auf diesen qualitativ eher schlechten (und nicht ganz legalen) Mitschnitt zurückgreifen:

Ab 1. November 2013 sollen dann die neuen Folgen mit über die Website hochgeladene Musik zu sehen sein. Doch Thomas Hausner hat noch mehr vor: “Die Qualität der bisher verwendeten CC-Musik bei der Neuvertonung ‘alter’ Space Night-Folgen war mit ausschlaggebend für das Projekt, die neuen Space Night-Folgen in HD und ebenfalls mit CC-Musik zu produzieren”, sagt er. Hausner ist bereits in Kontakt mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das bereits zugesagt hat, sein Filmaterial umfangreich zur Verfügung zu stellen, sowie mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der Europäischen Südsternwarte ESO.

Freuen wir uns also auf das, was noch kommt! Ich bleibe am Ball.

P.S.:

Offenlegung: Ich veröffentliche meine Musik unter CC und sie wurde bereits mehrmals in den neuvertonten Folgen der Space Night gespielt. Außerdem arbeite ich für das DLR.

P.P.S.: Dieser Artikel wurde am 30. Juli 2013 von Tobias Schwarz als Crosspost auf netzpiloten.de veröffentlicht.

re:publica 2013: Ein Resümee

Vorweg: Es war die bisher beste re:publica überhaupt und mein größter Respekt gebührt allen, die das möglich gemacht haben. Für mich gibt es nur ein Fazit: Alles, aber auch wirklich alles haben die Veranstalter und Organisatoren richtig gemacht.

Nach dem eher leichten und unterhaltsamen Panel des letzten Jahres “Tweeting from Space for the Digital public” konnte ich gemeinsam mit Geraldine und Sandra in diesem Jahr die Space-Sessions des Open Science Tracks kuratieren. Es wurde zwar nicht der große Wurf, den wir uns vorgenommen hatten – von geplanten neun blieben nur vier (oder, genauer gesagt, drei) Sessions übrig – doch die hätten besser nicht sein können. Beginnen wir mit einem meiner Highlights des Science Tracks:

Carolinas Blog und ihre Arbeit verfolge ich schon eine Weile mit großem Interesse – und habe mich sehr darüber gefreut, dass wir sie einladen konnten und sie, trotz der Tatsache, dass sie vor nicht allzu langer Zeit Mutter wurde, die lange Reise aus Südafrika gemeinsam mit ihrer Familie auf sich genommen hat. Großer Dank gebührt re:publica und Geraldine de Bastion, die die Einladung ermöglicht hat.

https://twitter.com/marco_t/status/331700934138793985

In Ergänzung zu ihrem Vortrag hier noch drei Medienbeiträge, die Ihr Euch auf jeden Fall ansehen bzw. anhören solltet:

3sat nano

https://twitter.com/marco_t/status/332612871504666624

https://twitter.com/dctp_tv/status/332023677837250560

Und als Netzmusiker gefiel mir der Astro-Sound-Hack Chromotone natürlich sehr gut:

https://twitter.com/marco_t/status/331705896298246144

Weiter ging es mit den Part Time Scientists: Diese beiden jungen Herren – Karsten Becker und Robert Böhme – und ihr fast 100-köpfiges, über den Erdball verteiltes Team, sind mit dem Mondrover Asimov einer der Favoriten im Wettbewerb um den Google Lunar XPrize. Ziel: Bis 2015 einen Rover auf dem Mond landen, dort mindestens 500 Meter fahren, High-Definition-Video und Bilder zur Erde senden. Das von Google ausgelobte Preisgeld beträgt im Maximalfall 30 Millionen US-Dollar. Wenn man nun bedenkt, dass der geplante Start mit einer russischen Trägerrakete vom Typ Dnepr eine ähnlich hohe Summe kosten wird, hat man in etwa einen Eindruck davon, dass die Part Time Scientists hier nicht nur enorme technische, sondern auch administrative Herausforderungen meistern müssen. Wenn Robert, Karsten und Team allerdings mit demselben Enthusiasmus zur Sache gehen wie bei Ihrem Talk auf der re:publica, bin ich mir sicher, dass sie es schaffen werden.

Unterstützt werden die Part Time Scientists vom DLR, genauer gesagt vom DLR-Institut für Robotik, das neben der Antriebstechnologie auch die intelligente, autonome Navigation auf Basis von Umgebungswahrnehmung beisteuert.

Letztlich dann noch mein eigener kleiner Beitrag namens “Space Science as a Creative Commons?“, der im Workshop-Bereich stattfand und daher nicht aufgezeichnet wurde. Die Folien gibt es hier:

Space science as a creative commons? from Marco Trovatello

Entgegen der Ankündigung habe ich für den Vortrag noch einiges zum Thema Open Access zusammenrecherchiert: Nach einem Blick auf den “großen Bruder” NASA und dessen Status quo in puncto Copyright law bzw. Non-Copyright und Public Domain habe ich mir den aktuellen Stand der Dinge in Europa angesehen – und bin zu Ergebnis gekommen, dass die European Space Agency bereits erfreulich frei und offen mit Daten ihrer Erdbeobachtungs-, Planetenforschungs- und Astronomiemissionen umgeht, in Bezug auf ihre eigenen (PR-)Medien allerdings in puncto freier Lizensierung noch nicht zum unter Creative Commons lizensierenden DLR aufgeschlossen hat.

Discussion following

Discussion following “Space as a creative commons?” talk. Image credit: republica, CC-BY.

In der anschließenden, kleinen Diskussionsrunde mit John Weitzmann (Creative Commons Deutschland, iRights.info), Paul Klimpel (iRights.info), Mathias Schindler (Wikimedia Deutschland), Kirsten Rulf (Autorin und Redakteurin, WDR/ARD Aktuell) und einigen anderen wurde zwar durchaus kontrovers, aber – zumindest meiner Meinung nach – auch sehr erkenntnisbringend debattiert. Ich habe hierzu einen separaten Artikel geschrieben.

Hojun Song’s Talk zur Open Source Satellite Initiative fiel leider aus, er schaffte es offenbar nicht rechtzeitig, dafür aber gab es ein Video-Interview mit Ai WeiWei.

https://twitter.com/marco_t/status/332161238903713792

Und sonst?

John Weitzmann lud zur Diskussion “Space Night Mission Control … GEMA, we have a problem. Fluch und Segen freier Inhalte in kommerziellen Märkten”: Das Team “Contra” in diesem von John moderierten Streit stellten Ellen Vorac , Label-, Musik- und Digitalvertriebsexpertin, und Volker Tripp, Jurist, Netlabel-Betreiber (ideology) und freier Journalist (Breitband), das Team “Pro”  stellten Luci van Org, Musikerin und Autorin, und ich in meiner Rolle als unter CC veröffentlichender Musiker und Netlabel-Mitbetreiber. Das Besondere an der Diskussion war das streng festgelegte Format, das einen etwaigen verbalen Schlagabtausch gar nicht erst zuließ, sondern durch per Stoppuhr gesteuerte Länge der Redebeiträge pointierte Thesen und Argumente hervorbrachte.

Space Night-Diskussion auf der rp13

Space Night-Diskussion auf der rp13: Links Team Pro (Luci van Org, Marco Trovatello), rechts Team Contra (Ellen Vorac, Volker Tripp). Bild: Andrea Schaub.

Das sah in etwa so aus:

Zunächst die These des Teams Pro (Luci,  Marco):

“Angesichts des Verschwimmens der Rollen im Musikgeschäft (keine klare Trennung mehr zw. Musiker, Texter, Produzent, Vermarkter etc.) sollten freie Inhalte ein Mittel sein, das allen Künstlern selbstverständlich zur Verfügung steht und nicht von überkommenen Verwertungsstrukturen ausgebremst wird.”

Es folgten jeweils vier Minuten Argumente von Team Pro und Team Contra, dann die These des Teams Contra:

“Freie Inhalte drücken Preise im Lizenz-Bundle-Geschäft und dienen für sehr bekannte Künstler dazu, sich auf Kosten anderer Aufmerksamkeit zu verschaffen”

Space Night-Diskussion, re:publica 2013

Space Night-Diskussion, re:publica 2013. Bild: Tobias Schwarz.

Dann wieder jeweils vier Minuten Argumente von Team Pro und Team Contra, spontane These des Moderators John Weitzmann, acht Minuten Schlussdiskussion, Ende. Das ganze ging zack-zack, kam ohne Polemik aus und war – so hoffe ich – für alle Beteiligten und Zuhörerinnen genauso erfrischend wie für mich. Leider auch hier keine Aufzeichnung, da es sich nur um eine kleine Session im Workshop-Bereich handelte.

Rezeptions-Overflow: Noch mehr Kultur, Science, Technologie, Politik …. meine weiteren persönlichen Glanzlichter (in keiner bestimmten Reihenfolge) waren …

… der Talk zum “Making of” des animierten Kurzfilms R’ha:

https://twitter.com/marco_t/status/331529520295317506

… Cory Doctorows Talk zu Digital Rights Management (DRM) und Computer in unseren Körpern:

… Mathias Schindler und der “Urheberrecht-Yeti”:

… Peter Kirn zu Mensch-Musik-Maschine Interfaces aus historischer wie heutiger Sicht:

https://twitter.com/marco_t/status/332976694363316225

… sowie etwa 50 verpasste Sessions, die ich ebenso interessant fand.

Und sonst noch?

https://twitter.com/SimSullen/status/331866308419399680

Abends Netlabel-Opa-Stammtisch, yeah!

Session auf der re:publica 12

Update, 20. Mai 2012

Das Video der Session ist online:

Update, 1. Mai 2012, 15:21

Los geht’s! Storyboard fertig, Slideshow fertig, Moderation steht, und für den Flug habe ich mich auch eingecheckt. Ich freue mich sehr – auf meine Session-Gäste und Kollegen (siehe unten), Andreas Schepers & viele andere Freunde, Kumpel und Kollegen wie FC StoffelMo. SauerSim SullenKatti … und auf die, mit denen ich schon länger und öfter über Soziale Netzwerke kommuniziere und sie zum ersten Mal perönlich kennenlernen werde. Hoffentlich reichen zwei Tage dafür. Wir sehen uns morgen!

re:publica 2012Am 2. Mai 2012 werde ich im Rahmen meines Jobs beim DLR an einer Session der re:publica Berlin teilnehmen. Die re:publica ist eine der größten Konferenzen Deutschlands zum Thema Blogs, soziale Medien und digitale Gesellschaft.

Für das DLR habe ich über den re:publica Call for Papers ein Panel mit dem Titel “Twittern aus dem All für die digitale Öffentlichkeitsarbeit” initiiert. Dabei sein werden die ESA-Astronauten Samantha Cristoforetti und Paolo Nespoli sowie meine sehr geschätzten Kollegen Jocelyne Landeau-Constantin, die das ESA-ESOC Communication Office in Darmstadt leitet, sowie Bob Jacobs, der bei NASA als Deputy Associate Administrator of Communications (in etwa: Stellvertretender Leiter der NASA-Kommunikationsabteilung) tätig ist, und meine Wenigkeit sitzen.

Im Rahmen der 60-minütigen Session werden wir darüber sprechen, warum im Space-Kontext überhaupt getwittert und gebloggt wird und wie das Ganze – insbesondere aus dem All – funktioniert. Ebenfalls werden wir diskutieren, warum die intensive Nutzung von Social Media mittlerweile zu einem integralen Bestandteil der Kommunikationsstrategie der drei Raumfahrtagenturen geworden ist.

Was 2007 als “Klassentreffen” von Bloggern mit 700 Teilnehmern begann, zieht heutzutage über 3000 Teilnehmer an. Nach einem überfüllten Friedrichstadtpalast in den vergangenen Jahren findet die re:publica nun in der Station Berlin, dem ehemaligen Kreuzberger Postbahnhof statt. Trotz der räumlich nun sehr viel großzügigeren Location bleibt sie, in den Worten der Veranstalter, “eine hochwertige Konferenz mit Festivalcharakter, auf der sich Communities, Vordenker, Netzaktivisten und etablierte Organisationen zum Ideen- und Erfahrungsaustausch alljährlich begegnen.“

In diesem wie in den vorigen Jahren wartet die re:publica mit einer großen Bandbreite sehr interessanter Speaker auf, darunter Mario Sixtus, Mercedes Bunz, Sascha Lobo, Tim Pritlove, Neelie Kroes, EU-Kommissarin für Wettbewerb und die Digitale Agenda, Regierungssprecher Steffen Seibert, und viele, viele mehr.

Weitere Informationen auf http://re-publica.de/12/

Hinweis: Dies ist ein (halber) Crosspost mit dem DLR-Kommunikationsblog, wo ich fast dasselbe aufgeschrieben habe.

P.S.: Ich vergaß zu erwähnen, dass unsere Session am Abend des 2. Mai 2012 von 19.00 bis 20.00 Uhr stattfindet. Wie mir die re:publica-Programmverantwortlichen mitgeteilt haben, werden diese Abendveranstaltungen auch gegen Zahlung eines geringen Eintrittspreises für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich sein. (Update, 10. April 2012) Zur Zeit prüfen die re:publica-Organisatoren, ob die Abendveranstaltung für die allgemeine Öffentlichkeit gegen Zahlung eines geringen Eintrittspreises zugänglich sein wird. Konferenztickets (3 Tage, über 200 Stunden Programm) gibt es hier für 130 Euro.

Nachtrag

Der Vollständigkeit halber hier ein Nachtrag hauptsächlich im Job-Kontext von mir geposteter Beiträge:

Creative Commons: Die “Jedermann-Lizenz” und die Inhalte des DLR
(DLR Blogs, 1. März 2012)

SpaceTweetup in Zahlen
(DLR Blogs, 3. April 2012)

ATVTweetup 28/29 March 2012, Toulouse, France
(ein auf die Schnelle mit iPad und iMovie produziertes und noch in derselben Nacht hochgeladenes Video des ATVTweetup, unterlegt mit einem meiner Tracks)

Zwei sehr viel schönere und professioneller produzierte Videos gibt es aber hier …

… und hier:


Amarrage ATV3 : ça tweete ! von CNES

AMS-Interview veröffentlicht

Mein hier bereits erwähntes Interview mit Stefan Schael, dem deutschen Projektleiter des Alpha Magnetic Spectrometer (AMS)-Experiments auf der Internationalen Raumstation ISS, wurde heute veröffentlicht – das heißt: Das DLR-Magazin 132 wird derzeit in gedruckter Form an die Abonnenten versendet und wurde heute vormittag als PDF (11,6 MB) und Flipbook veröffentlicht. Die englische Version wird gegen Ende des Monats erscheinen, die deutsche Version des Artikels lest Ihr hier.

DLR Magazin 132: Endlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

DLR Magazin 132: Endlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort.