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GEMA-Alternative C3S gegründet

Aktualisiert am 26.9.2013. 20:31

Gestern abend wurde aus der Initiative C3S (FC Stoffel und ich berichteten) die Europäische Genossenschaft Cultural Commons Collecting Society SCE mbH. Ohne viel Tamtam versammelten sich die 50 Gründerinnen und Gründer aus Deutschland, Österreich, England und Frankreich im Rahmen des Hamburger Reeperbahn-Festivals, unterschrieben die Satzung und brachten das Startkapital in Höhe von 31.150 Euro auf. Morgen folgt eine Pressekonferenz, auf der weitere Einzelheiten zum zukünftigen Kurs der C3S bekanntgegeben werden sollen.

Neben einem elfköpfigen Verwaltungsrat wurden einstimmig Wolfgang Senges (Interview in Stadtrevue 08/2013 bzw. hier) und Meik Michalke zu den ersten geschäftsführenden Direktoren der zukünftigen GEMA-Alternative gewählt bzw. ernannt.

Nach einem (noch laufenden) erfolgreichen Crowdfunding von bisher 97.000 100.000 Euro, schier unglaublichem Durchhaltevermögen in Form von gefühlten Hunderten von Paneldiskussionen (oft auch mit GEMA-Vertretern), Interviews, Artikeln, Stammtischen, Konferenzen usw. usf. nun dieser wichtige, symbolische Schritt: Keine informelle Initiative mit dem OpenMusicContest e.V. als Träger mehr, sondern eine, nun ja, echte Rechtsform als SCE, deren gestern beschlossene Satzung allerdings noch geprüft werden muss. Danach erfolgt die Eintragung.

Über die guten Wünsche, z.B. auf Twitter, freut sich die C3S, entgegnet aber: “Jetzt fangen wir erst an.

Dieses ist ein Crosspost meines Artikels für den Stadtrevue Blog.

80.000 Euro in 19 Tagen: Zum erfolgreichen Start des C3S-Crowdfundings

In 19 Tagen 80.000 Euro gesammelt – das verkündet heute die Cultural Commons Collecting Society (C3S) zum Stand Ihres Crowdfundings auf der Plattform Startnext. FC Stoffel hat für die aktuelle Printausgabe (August 2013) der Stadtrevue mit Wolfgang Senges von der C3S gesprochen, einige Fakten zusammengetragen und ich habe mir den (gelungenen) Sampler zum Gründungscrowdfunding angehört. Hier gibt’s das ganze frisch gebloggt auf stadtrevue.de.

Ignition Mix – Sampler zur Gründung der C3S

Am 15. Juli 2013 startet die Crowdfunding-Kampagne zur Gründung der Cultural Commons Collecting Society als europäische Genossenschaft. Die C3S, so die Kurzform, ist derzeit eine Initiative, die sich anschickt, als “faire Alternative zur GEMA” ihre Mitglieder stärker in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen und die von vielen vermissten Freiheiten wie z.B. Einzellizensierungen und Nutzung von Creative Commons-Lizenzen ganz selbstverständlich einzuräumen.

Sinnbildlich als “Zündung” vor dem Start des Crowdfundings in der kommenden Woche ging gerade die zugehörige Compilation mit dem schönen Namen Ignition im Free Music Archive online, zu der viele bekannte oder auch weniger bekannte, unter Creative Commons veröffentlichende Musikerinnen und Musiker beigetragen haben, unter anderem Zoe.leela, Sudio, Von Korf, Die Leere im Kern Deiner Hoffnung und auch ich selbst. Von allen wurde ein Testimonial erbeten, in dem man darlegt, warum man die C3S und ihre Gründung unterstützt. Meins lautet:

“To me, foundation of C3S is long overdue. Stop bashing GEMA, join C3S and support liberation of artists and fair dissemination of cultural goods.”

Den Sampler zum freien Download und weitere Testimonials sowie Infos gibt es hier.

Tonmagnet-Podcast zur Space Night

Vor genau drei Wochen haben Tobias Schwarz und ich uns an einem Freitagabend mit Daniel und Jens vom Tonmagnet-Podcast unterhalten – zum Thema Space Night. Doch hört selbst:

Diesmal kein Um-Kopf-und-Kragen-Reden wie bei der Folge zu Netaudio und dem kleinen grünen Würfel, sondern eher sachliches, nun ja, Sinnieren zu den Themen Öffentilch-rechtlicher Rundfunk, Urheberrecht, Verwertungsgesellschaften, und “Mutige Space Night-Redakteure”.

Nicht zuletzt ging und geht es auch um die Welle der Begeisterung im Netz zur “Rettung der Space Night”, bei der eine Facebook-Gruppe und ein Wiki eine zentrale Rolle spielten, sowie um eine kontroverse Diskussion. die John Weitzmann zurecht anstieß, um auch auf die Schattenseiten des Themas hinzuweisen.

Die von John dargestellte Problematik ist auch Thema eines Panels auf der re:publica 2013, doch dazu mehr ein einem späteren Blogeintrag.

Christian Grasse, der sich in Sachen Space Night ebenfalls sehr engagiert hat, konnte leider nicht teilnehmen – er war zum Zeitpunkt der Aufnahme in Urlaub.

Update:

1. Am Anfang des Podcasts sage ich: “Ich betreibe ein Netlabel …”. Das ist falsch. Richtig (und weniger egozentrisch) ist: “Gemeinsam mit Stoffel betreibe ich ein Netlabel …”.

2. Total vergessen: Herzlichen Dank an Daniel und Jens fürs Einladen und auch ganz generell für Ihren schönen Podcast (den ich auch hier schon mal gewürdigt habe).

Space Night: Es geht weiter …

Der Bayerische Rundfunk hat mir freundlicherweise gestattet, die Sendedaten der neu vertonten Space Night-Folgen zu kommunizieren. Momentan laufen ja in buntem Mix alte Earthviews-Folgen, teils neuvertont mit klassischer Musik des BR-Symphonieorchesters, teils die bereits bekannte Folge mit CC-Musik.

Wenn ich jetzt also richtig liege bin, sollte die erste von drei neuen, mit Creative Commons und weiterer, GEMA-freier Musik vertonte Folge am – Tusch! – 2. Juni 2013 laufen, Wiederholung dann am 7. Juni 2013, jeweils eine weitere neue “GEMA-freie” Folge dann am 15. und 16. Juni 2013. Natürlich kann es immer die ein oder andere Programmänderung geben.

Space Night. Quelle/Copyright: Bayerischer Rundfunk / ARD.

Space Night. Quelle/Copyright: Bayerischer Rundfunk / ARD.

P.S.: Space Night Website sowie Playlists wurden noch nicht entsprechend aktualisiert.

BR bestätigt Einsatz von CC-Musik in neuer Space Night

Nun ist es offiziell. In einer Pressemitteilung bestätigt der Bayerische Rundfunk nun, dass die SpaceNight mit Creative Commons-lizensierter Musik fortgesetzt wird. Darüber  berichtet auch Isarmatrose Tobias Schwarz in seinem aktuellen Blogartikel, der zudem einen guten Überblick über die aktuellsten Ereignisse gibt. Darüber, was genau Tobias, Christian Grasse, eine mutige SpaceNight-Redaktion, ich selbst und viele andere mit dieser schönen Entwicklung zu tun haben, wurde in den letzten Wochen ja viel gebloggt, getwittert und sonstwo gepostet.

Bild: Bayerischer Rundfunk.

Bild: Bayerischer Rundfunk.

Es ist somit an der Zeit, sich einfach nur zu freuen. Zwar ist in der BR-Presseinformation momentan nur von einem “Test” die Rede. Wenn jedoch einmal Fakten geschaffen sind – und zwar mit der ersten Folge in der Nacht von Montag auf Dienstag kommender Woche (heißt, Dienstag, 26.02.2013, 03:00 bis 06:00 Uhr) – wird es, so hoffe ich, ähnlich wie bei einem anderen öffentlich-rechtlichen Vorreiterformat laufen, nämlich dem unter CC-lizensierten Elektrischen Reporter, der momentan (wenn ich richtig liege) bereits in der dritten Staffel läuft.

20 Tracks verschiedenster Stilrichtungen, darunter meinen Infos nach einige mehr oder bekannte, aus Deutschland stammende Netlabels, werden für die erste, neuvertonte Folge der Space Night zum Einsatz kommen.

Also: Entweder Montag auf Dienstag Nacht durchmachen oder fix den Videorekorder programmieren!

Space Night und CC-Musik: So könnte es aussehen

Mit meinen bescheidenen Fähigkeiten habe ich mal – schnell und schmutzig – dieses kleine Video zusammengeschnitten.

Es zeigt Zeitraffer-Aufnahmen des NASA Crew Earth Observations Experiment auf der Internationalen Raumstation ISS. Diese sind gemeinfrei (siehe auch die Nutzungsbedingungen), d.h. sie unterliegen nicht dem Urheberrecht. Sie können frei heruntergeladen und frei verwendet werden. Die Musik stammt vom Netlabel ‘Der kleine grüne Würfel‘, das Stoffel und ich gemeinsam betreiben. Der verwendete Track von Finn Tark ist unter der Creative Commons CC-BY-NC-ND lizensiert und kann daher – zumindest meiner Ansicht nach – von einer nicht kommerziell arbeitenden, öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt wie dem Bayerischen Rundfunk unter Beachtung der Lizenzbestimmungen verwendet werden. Zusätzlich haben wir vom grünen Würfel, wie alle anderen Netlabels, die ihre Musik ins Spacenight-Wiki eingetragen haben, die Nutzung dort nochmal explizit erlaubt.

Wozu das ganze? Das Video soll demonstrieren, wie Weltraumbilder mit CC-Musik funktionieren – nämliich genauso gut wie mit GEMA-lizensierter Musik auch. In der Hauptsache geht es mir darum, das nicht nur von GEMA gerne verwendete Argument, man finde insbesondere unter der Musik ihrer Mitglieder bzw. den von ihr vertretenen (d.h. auch den ausländischen) Künstlern hochqualitative Werke: Natürlich gibt es diese dort. Genau so gibt es diese hochqualitativen Werke aber unter Creative Commons-Lizenz. Und auch das Auffinden dieser Musik ist mithilfe einschlägiger Podcasts, Blogs oder (Online-)Magazine keine große Schwierigkeit mehr.

Screenshot: NASA Crew Earth Observations ISS Footage. Bild: NASA.

Screenshot: NASA Crew Earth Observations ISS Footage. Bild: NASA.

Aber wem sage ich das: Der BR ist ja bereits (fast) überzeugt. Tobias Schwarz hat die aktuellen Ereignisse hier schön zusammengefasst. Und via Twitter kann man sich auch ein Bild machen.

Übrigens (und wen wundert es?): Auf Youtube bspw. findet man natürlich viele dieser Videos – nicht nur von der NASA Crew Earth Observation Group selbst, sondern auch von vielen anderen Usern. Einige nutzen sogar CC-Musik.

Willkommen zurück, Space Night – mit CC-Musik!

Erde und Mond, aufgenommen währender der D2-Mission. Bild: DLR, CC-BY.

Erde und Mond, aufgenommen währender der D2-Mission. Bild: DLR, CC-BY.

Als der Bayerische Rundfunk (BR) Mitte Januar 2013 das drohende Ende der Space Night, dem schon vor geraumer Zeit Kultstatus erlangenden Chill-Out-Nachtprogramm, verkündete, beteiligte ich mich spontan an einer kleinen Protestaktion. Unter den Beteiligten – und es waren nicht eben wenige – entwickelte sich rasch die Idee, die Space Night mithilfe von Creative Commons-lizensierter Musik zu ‘retten’, da steigende Produktionskosten aufgrund einer drohenden Erhöhung der GEMA-Gebühren zumindest eines der wesentlichen Probleme in puncto Fortführung des Formats darstellten.

Man organisierte sich schnell – allen voran Tobias Schwarz aka Isarmatrose, der eine Facebook-Gruppe aufsetzte, mehrere Blogartikel zum Thema veröffentlichte (u.a. im Autorenblog Carta), Radiointerviews gab und stets in engem Kontakt mit dem BR stand, sowie Christian Grasse, der einen offenen Brief an den BR verfasste. Ich bloggte zeitgleich ebenfalls etwas, setzte spontan ein Wiki auf und rief Netlabelbetreiber und Künstler dazu auf, dort freie Musik einzutragen, die durch die Space Night-Redaktion fortan genutzt werden könnte.

Schnell kam Bewegung in die Sache, dann ein Hin und her – nach der Einstellung zunächst eine BR-Pressemitteilung, die eine Neukonzeptionierung verkündete, dann ruderte BR Alpha-Programmdirektor Werner Reuss im Rahmen eines Zundfünk-Interviews, das später aus dem Netz genommen wurde, in puncto CC-Musik wieder zurück, gefolgt  von einer Ankündigung der Fortführung, die vieles unklar ließ. Und dann vermeldet Tobias Schwarz in seinem Blog heute folgendes:

“Der Bayerische Rundfunk (BR) hat sich dazu entschlossen, die bei den Fans sehr beliebte Kultsendung Space Night komplett mit unter Creative Commons (CC)-lizenzierter Musik (CC-Musik) zu produzieren. Damit ist über vier Wochen nach dem verkündeten Ende der Sendereihe nicht nur das Format gerettet, sondern auch ein von der Fangemeinde gewünschter Weg mit freien Inhalten gewählt worden.”

Eine tolle Nachricht, zumal es bisweilen wirklich nicht gut aussah. Die erste mit CC-Musik vertonte Folge wird bereits am Dienstag, 25. Februar 2012, von 03:00 bis 6:00 Uhr ausgestrahlt. An dieser Stelle mein herzlicher Dank an ‘Isarmatrose‘ Tobias Schwarz, dessen Einsatz diesen schönen Erfolg für die Netaudio-Szene möglich gemacht hat, aber ebenso an Christian Grasse, der das Thema sowohl mithilfe seines Blogs als auch seiner Netzmusik-Expertise von Beginn an begleitet hat und natürlich der Space Night-Redaktion. Und, nicht zuletzt: Herzlichen Dank an alle Netzmusiker, Netlabels und Musikenthusiasten, die Ihre Musik zur Verfügung gestellt haben oder die gute Sache einfach nur durch ihre Stimme unterstützt haben.

Update, 19.02.2013, 21.32 und 23:00 Uhr

Das Wiki bricht offensichtlich gerade mal wieder unter den durch die Medien- und Blogberichte verursachten erhöhten Zugriffen wohl eher aufgrund massiver Spambot-Zugriffe zusammen und läßt kein Speichern zu. - hier kann momentan leider nur Geduld empfehlen, leider handelt es sich nicht um einen High-End-Server

Ich habe das Wiki nun erstmal gesperrt, nur Sysops können derzeit (bzw. morgen, wenn der Provider die Sperrung aufgehoben hat) schreiben. Solltet Ihr Einträge vornehmen wollen, so meldet Euch bitte via mail at superpolar dot org.

Update, 19.02.2013, 22.10 Uhr

John Weitzmann, Jurist, Creative Commons (CC) Deutschland Legal Lead und irights.info-Mitarbeiter, hat sich in einem ausführlichen Blogartikel auf iRights.info äußerst kritisch zur Nutzung von CC-Lizenzen durch die Space Night geäußert. Nach erstem Durchlesen – ich bin kein Jurist und muss das sicher noch ein-, zweimal Lesen, um es zu verstehen – stellt Weitzmann das Szenario sehr negativ – aus meiner Sicht zu negativ – dar. Die unterschiedlichen Positionen zum Thema zeigen sich recht gut in den Kommentaren des aktuellen Netzpolitik.org-Artikels zum Thema. Ich habe dort auch gerade eben etwas gepostet, weil mich die ewige Diskussion ums Geld – hier mit den Stichworten ‘Preisverfall’, ‘Downsizing’, ‘Kosten drücken’ etc. – richtiggehend nervt. Wie ich hier, hier und hier (und wahrscheinlich an einem Dutzend anderer Stellen) schon mal schrieb: Vielen Musiker/innen, die unter CC veröffentlichen, geht es schlicht nicht um neue oder alternative Monetarisierungsmodelle, sondern eher um eine Aufmerksamkeitsökonomie und – im besten Fall – um die Kreativallmende, mit der sich auch der neugegründete Verein Purer Luxus beschäftigt.

Good bye Space Night – oder doch nicht?

(Unten gibt es mehrere Updates …)

Ich habe sie zwar lange nicht mehr geguckt, irgendwie liegt sie mir aber trotzdem am Herzen: Die Space Night auf BR Alpha bzw. früher im Nachtprogramm des ‘dritten’ Bayerischen Fernsehens. Das am 1. Juni 1994 gestartete Format ging mit seinem unvergleichlichen Mix aus geschmackssicher ausgewählter elektronischer Musik und Weltraumaufnahmen am 7. Januar 2013 letztmals auf Sendung – offenbar unter anderem aufgrund einer Gebührenreform der GEMA, die zu einer Erhöhung der Produktionskosten des Nischenformats führten, wie der Blog Research Institute und Thomas Stadlers Blog Internet Law berichten.

Erde bei Nacht (Mosaik). Bild: NASA/DLR.

Erde bei Nacht (Mosaik). Bild: NASA/DLR.

Obwohl ich als Online-Redakteur nur am Rande daran beteiligt war, so hat doch mein Arbeitgeber DLR bzw. meine Abteilung einiges an Footage für die Space Night beigesteuert – des öfteren waren beispielsweise auch Aufnahmen von DLR-Missionen bzw. Missionen mit deutscher Beteiligung zu sehen, für die es nun keine solche Plattform im klassischen TV mehr gibt.

Den wahrscheinlich bescheidenen Versuch, die Space Night mithilfe GEMA-freier Musik wiederzubeleben, möchte ich gerne unterstützen und verweise hier exemplarisch auf die guten Artikel und Aufrufe von von Christian Grasse, dem Kraftfuttermischwerk und RA Stadler.

Ferner erteile ich der Redaktion Space Night hiermit die ausdrückliche Nutzungserlaubns aller Tracks meines (CC-lizensierten) Albums (und in Kürze vielleicht auch des gesamtem Backkatalogs des kleinen grünen Würfels. da muss ich noch mit Partner und Gründer Stoffel sprechen).

Und nicht zuletzt würde ich mich im Rahmen meines Jobs dafür einsetzen, dass wir der Space Night noch viel, viel mehr Bildmaterial (sowohl Bewegtbild als auch Stills) zur Verfügung stellen. Dieses Footage lizensieren wir im DLR übrigens, solange es sich um ein alleiniges DLR-Copyright handelt, unter CC-BY – was ebenfalls gut zum von Christian Grasse aufgeschriebenen, netzaffinen Konzept passen würde.

Update (18.01.2013)

Christian Nitsche, Pressesprecher des BR, hat sich zum Thema geäußert. Man arbeite an einem neuen Konzept. Weiter heißt es:

“Hintergrund sind die laufenden Verhandlungen zur Neugestaltung der GEMA-Beiträge mit der ARD. Fest steht, dass sich bei einer Fortführung der musikuntermalten “Space Night” die Kosten für die Ausstrahlung nach jetzigem Stand deutlich erhöhen würden. Jährlich ist von einem niedrigen siebenstelligen Betrag nur für die Musikrechte auszugehen. Diese Mehrkosten wären zu Lasten anderer Programmformate gegangen.”

Quelle: BR-Pressemitteilung (mittleriweile depubliziert)

Auf Nachfrage von Christian Grasse via Twitter bestätigte die BR-Pressestelle, dass es sich somit um mindestens eine Million Euro handele.

Update (21. Januar)

Nach interner Rücksprache will auch mein Arbeitgeber DLR die – in den letzten Jahren ein wenig eingeschlafene – Kooperation wiederaufnehmen.

Update (22. Januar)

Ich habe ein Wiki zur Sammlung GEMA-freier Musik für die SpaceNight aufgesetzt.

Update (23. Januar)

Wie verschiedene Blogs (Tobias Schwarz/Isarmatrose, Christian Grasse/Metawelle) und Medien (Heise, ARD Pressestelle) berichten, soll die SpaceNight fortgesetzt werden. Möglich wird das durch die Verwendung von Musik, an denen der BR die Rechte besitzt, allerdings prüfe man auch die Verwendung von unter Creative Commons lizensierter Musik, so BR-Pressesprecher Christian Nitsche in einer E-Mail an Tobias Schwarz.

Und nebenbei füllt sich das Wiki mit großartiger CC-Musik von allen Seiten.

Update (23. Januar)

Der Freitag hat soeben einen kritischen Artikel zum Thema SpaceNight und deren im Netz bereits an veschiedenen Stellen mehr oder weniger euphorisch verkündeter Rettung veröffentlicht. Der Beitrag legt das nahe, was viele – auch mich – in den letzten Tagen schon gedanklich beschäftigte: Welchen Aufwand wird würde der BR bzw. die entsprechende Redaktion betreiben müssen, um die eine neukonzipierte SpaceNight mit CC-Musik vertonen zu können? Neben Recherche-, Redaktions- und Produktionsaufwand ginge es in der Hauptsache – und das kenne ich von der CC-Komponente meines Jobs ganz gut – um fortwährendes Lizenzmanagement und rechtliche Prüfung. Christian Grasse hat sich ebenfalls bereits zum Thema geäußert. Eine ‘Rettung’ der Space Night durch CC-Musik wird unwahrscheinlicher.

Update (23. Januar)

Zuendfunk-Beitrag online: http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/sendeschluss-die-space-night-verabschiedet-sich-100.html

Update (24.01.2013)

Der BR hat am 23. Januar nachmittags den Zündfunk-Radiobeitrag aus dem Netz genommen:

Einige Stunden später veröffentlichtete der BR eine Presseinformation mit dem Titel ‘Return of Space Night‘, die u.a. folgendes beinhaltete:

“BR-alpha tritt am Montag, 25. Februar, wieder in den Orbit ein und sendet die bekannten Folgen der “Space Night”. Das Bayerische Fernsehen wird ab dem Osterwochenende ebenfalls wieder die beliebten Folgen zeigen. Der Bayerische Rundfunk und die GEMA haben im Rahmen der laufenden Verhandlungen den Status der “Space Night” geklärt.”

Weiter heißt es:

“Derzeit laufen zwischen den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und der GEMA Verhandlungen über die Nutzung der Musikrechte. Der BR wird weiterhin in Hörfunk und Fernsehen auch auf das hochqualitative Musikrepertoire der GEMA-Mitglieder zurückgreifen.”

In etwa zeitgleich veröffentlichte die GEMA eine Presseinformation, aus der dieser Absatz stammt:

“Derzeit laufen zwischen den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und der GEMA Verhandlungen über die Nutzung der Musikrechte. Der BR wird weiterhin in Hörfunk und Fernsehen auf das hochqualitative Musikrepertoire der GEMA-Mitglieder zurückgreifen.”

Nein, ich habe nicht aus Versehen zweimal denselben Text eingefügt. Und ja, beide Pressemitteilungen verwenden – bis auf das Wort ‘auch’, das eine klitzekleine Türe offen läßt – exakt dieselbe Formulierung. Ein Schelm, wer denkt, dass BR und GEMA sich hier abgestimmt hätten. Weiterhin bemüht sich GEMA, in der Presseinformation klarzustellen, dass die Neukonzeption der Space Night eine “rein redaktionelle Entscheidung des BR” sei.

Was bleibt also? Ein netter Sturm im Wasserglas, den die Netaudio-Szene hier produziert hat? Vielleicht ja, vielleicht aber trozdem ein bisschen mehr. Obwohl CC-Musik derzeit keine wirkliche Alternative für die Space Night zu sein scheint (wie man dem offline gestellten Interview mit BR-Alpha-Chef Werner Reuß entnehmen konnte), hat mich die Schlagfertigkeit und Kraft, die die CC- und Netaudiogemeinschaft gezeigt hat, einmal mehr beeindruckt. Und auch wenn mein Dank der Gesamtheit gilt, so will ich doch noch einmal explizit Christian Grasse, Tobias Schwarz, aber auch den vielen Musiker/innen und Labels danken, die der Space Night ihre – Achtung, kfeine Ironie – “hochqualitativen Werke” zur Verfügung gestellt haben.

Und, damit das hier nicht unerwähnt bleibt: Die Verwendung klassischer Musik der, wie es in der BR-Pressemitteilung so schön heißt, ‘Klangkörper‘ des BR will man ja nun offenbar in die Tat umsetzen – und fügt als Beispiel ’2001 – Odyssee im Weltraum’ an. Toller Film, ja. Klassiker: auch, in jedem Fall. Aber: Wie ich hier schon mal schrieb, wird doch der Gegenstand der Raumfahrt schon oft genug uninspiriert mit abgenudelten Werken aus Klassik und Pop vertont – und hier bildete die BR Space Night eine schöne Ausnahme. Und wenn ich mir zeitgemäße Ambienttracks von Netlabels wie rec72 oder Clinical Archives zu Bildern aus dem Orbit und dem Deep Space vorstelle … aber lassen wir das.

Netzmusik in der Stadtrevue

Seit vergangenen Donnerstag (in der Print-Version) und seit heute (in der Online-Version) gibt es Stoffels und meine neue monatliche Kolumne ‘Netzmusik‘ in der Kölner Stadtrevue, über die wir uns sehr freuen.

Wir stellen darin monatlich das Bemerkenswerteste vor, was es an freier Musik im Netz gibt. Zum Start gibt es zudem einen aktuellen Überblick über die Netaudio-Szene, Kölner Musiker und Labels kommen zu Wort und wir zeigen, warum Creative-Commons-Lizenzen besser sind, als Gema-Mitglied zu sein.

Update, 29.8.: Das Wichtigste habe ich beim schnellen runterbloggen gestern vergessen: Vielen Dank an die Stadtrevue und insbesondere Felix Klopotek und Bernd Wilberg, bei denen die Idee nicht nur auf offene Ohren sondern auch auf direkte und schnelle Unterstützung stieß – toll, dass wir das machen können!

Stadtrevue 09/2012: Netzmusik-Artikel in der Print-Version

Stadtrevue 09/2012: Netzmusik-Artikel in der Print-Version. Quelle: Stadtrevue Köln.

Zur Stadtrevue: Die Stadtrevue ist wie die TAZ als Kollektiv organisiert und eine der wichtigsten unabhängigen Publikationen in der ansonsten monopolistisch geprägten Kölner Medienlandschaft.

Stadtrevue 09/2012

Stadtrevue 09/2012 Quelle: Stadtrevue Köln.

Aus dem Leitbild:

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(Quelle: Stadtrevue.de)

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